Gedanken aus dem Herzen zu dem was gestern und heute die Erde bewegte und
bewegt...
Liebe
Menschen!
Ich
bin wie meist um diese Zeit wach und meine Gedanken möchten heute in meinen PC
geschrieben werden und am Ende möglicherweise tatsächlich zu euch geschickt
werden.
Wir
sind Zeitzeugen von riesigen Veränderungen - im Außen wie im Innen, im Großen
wie im Kleinen. Für viele Menschen führt die Erfahrung, nicht steuern zu können
und nicht zu wissen was wird, so wie das jetzt durch die Ereignisse in Japan
ist, zu großer Wut und Anklage und/oder großer Angst und Verzweiflung. Beides
hilft in solchen Situationen nicht
weiter.
Lasst
uns in Ruhe bleiben, in Demut der Kraft der Erde, die sich zurecht richtet und
schüttelt und nun immer mehr Menschen erkennen lässt, wie "klein"
wir sind, gegenübertreten. Der Menschheits-Egoismus wird an Ereignissen dieser
gewaltigen Größenordnung, welche wir in den Zeitungen noch länger nicht lesen
werden (dafür vermutlich sicher jede Menge kurzsichtiger Horror-Szenarien), mehr
und mehr aufbrechen. Und da beginnt die große Chance für diese Erde. Wenn in
dieses Aufbrechen des menschlichen Egoismus unserer Gesellschaften sich unsere
Liebe zum Leben, die Achtung für und Demut vor der Größe der Natur und des
ganzen Universums, manche (auch ich) nennen es Gott, hineinmischen kann – dann
wird die Heilung beginnen. Auch wenn viel bitteres Leid und Angst jetzt unseren
Planeten bevölkert – es ist dies einfach der nächste Schritt den wir gehen
müssen - und gehen werden. Doch es ist ein Schritt, der echte Wende in vielen
bisher verschlossenen Herzen und Bewusstseins einleiten wird. Wir werden als
Menschheit unsere materielle Welt mit anderen Augen sehen lernen und den ganzen
Müll den wir produzieren und achtlos in Säcke zur Entsorgung bringen mit anderen
Augen sehen lernen. Wir werden als Menschheit zusammenrücken und einander
beistehen und Mut machen und uns mit anderen Augen sehen lernen. Welche Augen
das sind? Es sind – wie Saint
Exupery’s „Kleiner“
Prinz“ es schon wusste, die Augen des Herzens. Es geht nicht darum, dass der
Mensch seinen Verstand, sein Denken-Können verliert, sondern dass er dieses
einzigartige Instruement der Natur mit seinem Herzen, der Seele, der Weltenseele
wieder in Verbindung bringt. Alles ist eines, keine Tat, kein Gedanke bleibt
ohne Wirkung auf das Ganze.
Ihr
glaubt, ich rede mich leicht, hier, sicher in Tirol?
Meine
älteste Tochter verbrachte die letzten Stunden damit, mit ihrem kleinen Sohn von
der Küste Ecuadors ein bisschen ins Landesinnere und auf einen Hügel zu gehen,
um vor einem möglichen Tsunmai sicher zu sein. Am Anfang hatten wir noch
telefonisch Kontakt. Mein Sohn ist in Newcastle an der Ostküste Australiens. Ich
glaube meine persönlichen Umstände sind nicht geeignet, es „leicht“ zu haben.
Und doch: Ich bin innerlich ruhig, ich spüre wie heilsam das alles ist für die
Menschheit. Und durch meinen tiefen Glauben, mein inneres Wissen, weiß ich auch,
dass alle Schrecken im „Zuschauen“ und „Nicht-helfen-können“ noch viel schwärzer
sind, als wenn man mitten drin steht und diese unglaublichen Energien erlebt,
die wirksam sind, wenn Menschen gemeinsame Not erleiden. Und ich spüre und weiß,
dass meine beiden Kinder in Ecuador und Australien sehr aktiv und bewusst für
sich sorgen. Ich bin nicht machtlos und hilflos. Ich bete unaufhörlich - auch
während ich jetzt schreibe - für meine Kinder, für alle Betroffenen, für die
ganze Menschheit. Ich bete dafür, dass die Lebenden all die Ängste und die
Verzweiflung und die Hoffnungslosigkeit, von denen sie möglicherweise
überschwemmt werden, aushalten, und dass die Sterbenden bald den Frieden und das
Licht erleben, die der Wechsel vom Erdenleben ins Jenseits bringt. Durch einen
schweren Unfall und eine entsprechenden Erfahrung weiß ich auch da wovon ich
rede. Ich habe keine Furcht mehr vor dem Sterben, sondern weiß, dass es ein
„Heimgehen“ ist. Ich bin mit meiner Liebe mit Mutter Erde verbunden, und ich
spüre – ich kann mir selbst nicht erklären warum und wie das möglich ist in
diesen Stunden – Dankbarkeit in mir. Mir ist bewusst, dass diese Dankbarkeit
eine sehr sehr weitsichtige sein muss, angesichts der Tatsache, dass jetzt
wirklich viel reales Leid die Welt erfüllt. Es ist aber wie das Herausfließen
des Eiters aus einer großen Wunde – sie tut weh, man will sie weghaben – aber
sie gehört zur Heilung, und man weiß das.
Wir
alle haben stets unsere ganz persönlichen Gefühle und manchmal ist es schwer sie
auszuhalten und zu ertragen. Ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass ihr euch
der Kraft des Universums, der Liebe zum Leben (und damit auch zum Sterben)
vertrauensvoll hingeben könnt. Ich spüre viel Segen in all dem was hier
geschieht und möchte ihn euch weitersenden. Legen wir unsere Aufmerksamkeit auf
die guten Nachrichten, die die kommenden Zeiten auch bringen werden und lasst
und nicht in Anklage, Schuldzuweisungen und Hoffnungslosigkeit verirren, sondern
öffnen wir die Augen des Herzen und beginnen WIR UNS zu verändern – dann
verändert sich auch die Welt – nicht in dem Tempo, wie wir uns das vielleicht
wünschen, aber in dem Tempo, das möglich ist. Gras wächst nicht schneller wenn
man daran zieht, im Gegenteil – dann reißt man es eher
aus!
In
Liebe und Verbundenheit
und
trotz allem mit einem wenn auch ernstem und traurigem
*lächl*
eure
Lisa
|